Fake News – ein Erfahrungsbericht

  • von Gerhard Pramhas
  • am 2. Februar 2020

fake_news

Sie werden nicht glauben, was mir vor kurzem passiert ist. Als Projektleiter eines großen Vorhabens war ich am Radar der Medien. Ergebnis war ein verzerrter Text in einer österreichweit erscheinenden Qualitätszeitung, in der ich angeblich falsche Entscheidungen getroffen und schwere Fehler begangen habe. Warum ich zuguterletzt alle Stimmen auf meiner Seite und auch vollsten Zuspruch zur Fortsetzung des Projekts hatte, lesen Sie in den folgenden Absätzen.

Stellen Sie sich vor, Sie sind Projektentwickler und haben soeben den ersten großen Meilenstein erreicht und Ihren Auftraggeber mit einem geeigneten Partner zusammengebracht – in meinem Fall war ein Lieferant für Schulungsleistungen gesucht. Und das auf höchstem Niveau. Doch dann lesen Sie ein paar Tage später davon in der Zeitung. Nicht nur Auftraggeber, Lieferant, sondern auch unbeteiligte Dritte, die keine Interna über das Projekt hatten, wurden interviewt. Nur Sie nicht – der Projektverantwortliche. Ohne Sie würde es gar keine Beauftragung geben. Aber es kommt noch besser… eine dieser genannten dritten Person, die gar nicht in die Verhandlungen involviert war, erwähnt den Medien gegenüber, dass Sie als Projektleiter einen schweren Fehler begangen und den falschen Lieferanten ausgewählt haben. Woher hat diese Person diese Informationen? Schreibt dieser Journalist tatsächlich über das Geschäft, das Sie vorbereitet haben?

Kurz zum Hintergrund…

Zu Beginn des Auftrags, vor ziemlich genau einem Jahr, waren alle Vorstände begeistert von meinem Konzept. Der Beschluss, mich zu engagieren, erfolgte einstimmig. Ein Jahr später war einiges anders. Einer der Vorstände hat ein besonderes Naheverhältnis zu einem Wettbewerber, der nicht zum Zug kam. Mein Argument, dass dieser Wettbewerber einerseits fachlich nicht qualifiziert ist und außerdem kein Angebot abgegeben hat, war ihm egal. Offensichtlich hatte er darüber hinaus ein sehr gutes Naheverhältnis zu einer einflussreichen Tageszeitung. Und der Rest? Eine Geschichte, die schlichtweg falsch ist und zudem – Gott sei Dank – niemanden interessiert.

Nun zur positiven Wendung

… und das ist tatsächlich mehr als einfach nur ein Teil einer guten Story: Ich kann jeden einzelnen meiner Schritte belegen. Denn mein Leitspruch war schon immer: Dokumentation, Dokumentation und nochmals Dokumentation. Das ist in meiner Berufswelt die einzige Chance, wenn es wirklich ernst wird, die eigene Kompetenz zu beweisen. Das ist ein harter Weg, aber der einzige, der zum Ziel führt. Und ja, auch in dieser Situation hat sich Dokumentation wieder bewährt. Vielleicht interessiert Sie jetzt noch, wie das Projekt weiter verlaufen ist. Schlussendlich hat der Vorstand dann auch mehrheitlich für mein Projekt gestimmt, es geht also weiter und es gibt auch noch einen interessanten Seitenaspekt. Mitarbeiter des Wettbewerbers, der gar nicht angeboten hat und auch nicht ausreichend qualifiziert ist, interessieren sich brennend für mein Projekt. Scheinbar ist dort auch nicht alles Gold, was glänzt.

Sie sind auch auf der Suche nach einem geeigneten Schulungspartner im Bereich Forschung und Entwicklung oder haben ähnliche Geschichten erlebt, zu denen Sie sich gerne austauschen möchten? Schreiben Sie mir gerne an gerhard@pramhas.eu oder benutzen Sie das Kontaktformular.

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