Innovationsmanagement – Richtige Maßnahmen verhindern die Krise

  • von Gerhard Pramhas
  • am 10. August 2017

Herzschrittmacher-Plutonium-Pramhas

Wirtschaft und Gesundheit sind zwei Begriffe, die man nicht unbedingt miteinander verknüpfen würde, dennoch gibt es viele Analogien. Wie unternehmerische Wirtschaft und menschliche Gesundheit zusammenhängen und was wir aus der Geschichte des Herzschrittmachers passend dazu lernen können, lesen Sie hier!

Maßnahmen sinnvoll treffen

Ein kleines Beispiel zum Vergleich zwischen Mensch und Unternehmen: Ihr Unternehmen läuft gut – Sie wissen zwar nicht ganz so genau warum, sehen aber auch keinen Grund, etwas zu verändern. Ähnlich verhält sich ein gesunder Mensch. Warum sollten Sie Ihr Leben verändern, wenn Sie frei von jeglichen Beschwerden sind? Gibt es dann aber Schwierigkeiten in Ihrem Unternehmen, setzen Sie einige Maßnahmen und treffen Entscheidungen, die Ihre Schwierigkeiten unter Umständen sogar noch verstärken.

Herzschrittmacher – Gute Innovation, falsche Entscheidungen

Dieses Phänomen ereignete sich in den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts in der Gesundheitsbranche:

Die Ausgangssituation:

Die Notwendigkeit von Herzschrittmachern wurde bereits zu Beginn der 50er Jahre des vorigen Jahrhunderts erkannt. Damals wurden erste – nicht implantierbare – Herzschrittmacher entworfen und kamen auch zum Einsatz. Da diese Geräte in ihrer Funktionalität jedoch nicht äußert praktisch waren und die Lebensqualität des Patienten nur bedingt verbesserten, wurden schon einige Jahre später – in den späten 1950ern erste implantierbare Herzschrittmacher entworfen. Das einzige Manko an diesen Geräten: Die Batterien hielten nicht lange. Anfangs versorgten Sie das Herz nur einige Stunden mit den lebensnotwendigen elektrischen Impulsen, später zumindest ein paar Monate. Die Batterien mussten also demensprechend oft getauscht werden, wozu jedes Mal eine Operation notwendig war. Wie Sie sich vorstellen können, war die Gefahr von möglichen Komplikationen hoch.

Die Lösung des Problems:

Es kamen Herzschrittmacher zum Einsatz, die durch einen Kernreaktor – mit Plutonium – angetrieben wurde. Dass Plutonium einer der giftigsten bekannten Stoffe ist, wurde schlichtweg ignoriert und beiseitegeschoben.
Grundsätzlich war die Innovation erfolgreich. Wurde der Herzschrittmacher einem relativ jungen Menschen implantiert, war damit zu rechnen, dass das Gerät ein Leben lang hielt. Dass die Wirtschaftlichkeit eines Gerätes mit einer solch hohen Lebensdauer nicht unbedingt unternehmensfreundlich ist, sei nur am Rande erwähnt.
Letztendlich waren es andere Gründe, die diese Technologie zum Scheitern brachten. Zum einen war die Bevölkerung durch die ersten nuklearen Unfälle und Katastrophen (1979 – Three Mile Island, USA; 1986 – Tschernobyl, UdSSR) auf Kerntechnologie negativ sensibilisiert, andererseits gab es konkrete Probleme mit der Entsorgung dieser Herzschrittmacher. Bis heute ist nicht komplett geklärt, wie viele Patienten in welchen Ländern mit dem kleinen implantierten Kernreaktor begraben oder schlimmer noch verbrannt wurden. Rein technologisch war diese Entwicklung zur damaligen Zeit ein Erfolg. Jedoch hat sich um die Langzeitfolgen der Entscheidung scheinbar keiner Gedanken gemacht.

Der richtige Umgang macht den Unterschied

Wie gehen Sie in schwierigen Zeiten mit ebenso schwierigen Entscheidungen um? Nutzen Sie jede Chance auf einen wirtschaftlichen Erfolg – ohne Rücksicht auf mögliche negative Folgen? Damit Sie erst gar nicht in diese Situation kommen, ist es notwendig, in guten Zeiten vorzusorgen. So wie sich ein gesunder Mensch seiner eigenen Verantwortung bewusst sein muss, wenn es noch nicht notwendig ist, auf intensivmedizinische Hilfe zurückzugreifen, so muss sich das Unternehmen in Zeiten, wenn es gut läuft, auf kleine und große Krisen vorbereiten.

Richtiges Innovationsmanagement und ein „Blick von außen“ helfen dabei, Betriebsblindheit zu vermeiden und einen zukünftigen Einsatz von „intensiven“ Eingriffen zu verhindern. Genau in diesen Bereichen unterstütze ich Sie gerne. Senden Sie mir eine Kontaktanfrage und wir kümmern uns gemeinsam darum, größere Einschnitte zu vermeiden.

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