Leichtbau par excellence – Kampf gegen Kilos

  • von Gerhard Pramhas
  • am 19. April 2017

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Das Ziel ist in der Leichtbau-Technik klar: Die angestrebte maximale Gewichtseinsparung soll nicht nur weniger Kraftstoffverbrauch und weniger Emissionsausstoß bringen, sondern vor allem die damit verbundenen Kosten reduzieren und langfristig den Gewinn steigern. Unterschätzt wird allerdings der oftmals hindernisreiche Weg zu diesem Ziel. Verfolgen Sie das Phänomen Leichtbau gemeinsam mit mir und lernen Sie den Mehrwert für Ihr Unternehmen anhand eines konkreten Beispiels kennen.

Das Phänomen Leichtbau klingt in der Theorie simpel, ist in der Praxis aber an eine Vielzahl komplexer Prozesse gekoppelt. Ideen, Teamwork, Forschung, Entwicklung und Entscheidungen sind nur ein paar der Variablen, die am Ende der Gleichung einen höheren Gewinn prognostizieren.

Leichte Ergebnisse erfordern starke Entscheidungen

Eine große Herausforderung beim Leichtbau ist, die vielen Abhängigkeiten zu berücksichtigen und die Priorisierung richtig zu setzen. Dabei tauchen in Unternehmen erfahrungsgemäß Fragen auf wie: Werkstoffe, Fertigungstechnik oder Entwicklungsabläufe – worauf kommt es tatsächlich an? Wie erkenne ich die typischen Zeitfresser im Fertigungsalltag? In welchen Entwicklungsstadien liegt das größte Einsparungspotenzial? Bei all diesen Fragestellungen komme ich ins Spiel und möchte Ihnen meine Tätigkeit anhand eines Beispiels erklären:

Leichtbau in Perfektion: Utopie wird zu Realität

Zu Beginn meines Einsatzes steht meist eine ganz spezielle Frage. Im Falle meines Kunden Walter Mauser GmbH (Standort: Breitenau am Steinfelde, Niederösterreich) lautete diese: „Was ist notwendig, um meine Nutzfahrzeug-Fahrerkabine wesentlich leichter zu bauen?“ Mit „wesentlich“ ist die Reduktion der Masse um rund ein Drittel gemeint. Nicht nur, um Energie zum Fahren zu sparen, sondern auch, um die Nutzlast und damit die Wirtschaftlichkeit, bei gleicher Fahrzeugmasse zu erhöhen. Die ursprüngliche Fahrzeugmasse lag in diesem konkreten Fall bei 781 kg mit einer Reichweite des Elektrofahrzeuges von 63 km. Nun interessiert Sie bestimmt das Ergebnis. Ich möchte Sie auch nicht lange auf die Folter spannen: Die Fahrzeugmasse mit der Leichtbaukabine wog am Ende des Optimierungsprozesses 692 kg (-11%), die Reichweite stieg auf 77 km (+22%). Die leichtere Montage der Fahrerkabine sowie der höhere Fahrkomfort sind weitere Pluspunkte. Mit einer zusätzlichen Solaranlage auf dem Dach können diese Ergebnisse erzielt werden: Fahrzeugmasse mit Leichtbaukabine und Solaranlage: 720 kg (-8%), Reichweite: 98 km (+36%) – zugegeben nur bei Sonnenschein. Diese Schritte waren bei genannter Aufgabenstellung nötig:

  • Ideen & Vision: Sobald eine Problemstellung aufgezeigt wurde, müssen Ideen und Lösungsvorschläge her. Dazu gehört vor allem Know How bei der integralen Berücksichtigung von Alternativen in Werkstoffwahl und Fertigungstechnik.
  • Perfektes Teamwork: Die Koordination aller beteiligten MitarbeiterInnen nach dem Motto „alle an einem Strang“ ist im Entwicklungs- und Fertigungsprozess essenziell.
  • Struktur schaffen & aufrechterhalten: F&E-Prozesse sind komplex und vielschichtig. Vor allem die Übersicht über jeden Entwicklungsschritt zu behalten kann oft herausfordernd werden.
  • Rasche Entscheidungen: Die ersten drei Punkte können nur dann organisiert von Statten gehen, wenn wichtige Entscheidungen zum richtigen Zeitpunkt getroffen werden.

Sie sind an fortschrittlichem Leichtbau interessiert und möchten einen Beratungstermin vereinbaren? Kontaktieren Sie mich!

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