Teil 1: Mobilität bedeutet Standortveränderung

  • von Gerhard Pramhas
  • am 29. April 2019

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Wie mobil sind wir eigentlich? Und sind wir heute mobiler als noch vor 200 Jahren? Kann ein Trend für die Mobilität der Zukunft erkannt werden? Ein Thema, das mich bereits seit meinem Studium (Maschinenbau mit der Spezialisierung Verkehrstechnik und Verkehrsmittel) sehr interessiert, ist der Verkehr und die dazugehörige Infrastruktur. Dazu gehören auch ganz stark die Frage nach der eigenen Mobilität und der Veränderung über die Jahre hinweg. Ihre Meinung ist gefragt!

Mobilität ist sehr weitläufig und definitiv verstehen wir alle etwas anderes darunter. Der Maschinenbauer wird vor allem an Verkehrsmittel wie Auto oder Eisenbahn denken. Der Bauingenieur denkt an Straßen- und Brückenbau, der Landschaftsplaner an die Beeinträchtigung der Landschaft, die Bürgerinitiative an die Erhaltung des Naturraumes und/oder der Lebensqualität. Diese Aufzählungen erheben aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Daher möchte ich mich auf vielfältige Art und Weise diesem oft sehr emotional besetzten Thema nähern.

Wie oft sind wir in Bewegung?

Beginnen wir mit einer völlig unspektakulären Ebene: Warum gibt es Verkehr, wie entsteht er, welche Gesetzmäßigkeiten gelten?

Mobilität beschreibt die Bewegung von Menschen und Dingen in Räumen. Das Wort kommt vom lateinischen „mobilitas“, was Beweglichkeit, Schnelligkeit, aber auch Unbeständigkeit und Unentschlossenheit bedeutet.

Versuchen wir, Ihre persönliche Mobilität zu quantifizieren. Wie oft am Tag verändern Sie Ihren Standort? 4x? Öfter? Sie bewegen sich wahrscheinlich von zu Hause zur Arbeit, zur Schule, zu einer Ausbildungsstätte und wieder zurück. Das ergibt die Anzahl zwei. Möglicherweise gehen Sie dann noch einkaufen, ergibt in Summe vier. Wenn Sie dann noch einer Freizeitaktivität nachgehen, kommen wir auf die Zahl 6. Im Durchschnitt werden Sie vier bis fünf Mal am Tag Ihren Standort verändern.

Sind wir heute mobiler als früher?

Eine interessante Frage ergibt sich aus dieser soeben gemachten Betrachtung. Sind wir heute mobiler als vor 200 Jahren? Beantworten Sie diese Frage für sich selbst. Nun ja, auch in der Vergangenheit sind wir zu unserem Arbeitsplatz gegangen, haben notwendige Besorgungen durchgeführt und sind, wenn noch Zeit blieb, unseren Freizeitbeschäftigungen nachgegangen. Meiner Meinung nach sind wir somit nicht mobiler als vor 200 Jahren, auch wenn wir uns für wesentlich mobiler halten, als unsere Vorfahren. Ich glaube, dass daher die Mobilität eigentlich seit langer Zeit konstant bleibt. Das einzige, was sich verändert, ist die Geschwindigkeit, mit der wir uns bewegen. Statt eine kurze Strecke zur Arbeit zu gehen, fahren wir in derselben Zeit mit hoher Geschwindigkeit mit dem Auto oder öffentlichen Verkehrsmittel. Wir verwechseln daher Mobilität mit Geschwindigkeit.

Daher möchte ich mich auch noch mit den folgenden Fragen beschäftigen:

Wie bewegen wir uns? Welche Verkehrsmittel benutzen wir, welche Infrastruktur? Brauchen wir mehr Elektroautos, brauchen wir mehr Autobahnen und am Flughafen Wien eine dritte Piste? Dazu muss ich Sie auf die nächsten Blogs vertrösten.

Bis dahin würde mich Ihre Meinung nach interessieren, wie oft Sie Ihren Standort am Tag verändern. Schreiben Sie mir gerne an gerhard@pramhas.eu oder benutzen Sie das Kontaktformular.

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