Richtig scheitern – Selbst Konzerngiganten beißen mal in den sauren Apfel

  • von Gerhard Pramhas
  • am 23. Juni 2017

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Schon im alten Rom war bekannt, dass „scheitern menschlich ist“ und bis heute hat sich daran nichts geändert. Man scheitert in allen Lebensstationen vom Kleinkind-Alter bis zum Greis, wichtig ist nur, was man daraus macht. Ich möchte Ihnen heute von einem besonders brisanten Fall des Unternehmens-Scheiterns berichten.

Kennen Sie Apple eWorld?

Der Konzerngigant Apple zählt zu den erfolgreichsten und auch einflussreichsten Unternehmen der heutigen Zeit. Apple steht für Qualität und trifft mit seinen Produkten scheinbar immer den Zahn der Zeit. Dass das nicht immer stimmt, zeigt die beeindruckende, weil lehrreiche Geschichte von Apple eWorld:

In den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts startete Apple ein neues Projekt, genannt Apple Link. Daraus wurde später Apple eWorld. Die Grundidee ist schnell erklärt: Da der Umgang mit dem Internet damals noch nicht so geläufig war wie heutzutage, sollte AOL für Apple eine Grundsoftware programmieren, die eine erleichterte Bedienung möglich machte. Apple selbst hätte eWorld modifiziert. Sinn und Zweck war, eine möglichst hohe Benutzerfreundlichkeit zu erreichen.

Mittels einer total graphischen Aufbereitung, ähnlich wie in einer virtuellen Stadt, sollte die Bedienung auch für Menschen möglich sein, die sich noch nicht mit dem Internet auseinandergesetzt hatten. So gab es in eWorld verschiedene Gebäude, die die verschiedenen Funktionen repräsentierten. In der virtuellen Post fand man beispielsweise seine E-Mails, es gab einen Kiosk, um aktuellen Nachrichten abzurufen und noch weitere Funktionen.

Leider unterschätzte Apple die Entwicklung dieses Dienstes. Die Windows-Version wurde letztendlich aufgrund von Budgetkürzungen gestrichen.

Bereits 2 Jahre nach dem „Go-live“ musste Apple den Dienst vom Markt nehmen. Es konnten insgesamt etwa 100.000 Abonnenten gesammelt werden und die größten Konkurrenten Microsoft und AOL ließen kein weiteres Wachstum zu. Für Apple war eWorld kein Geschäft und wurde eingestellt.

Die „Lesson Learned“ aus Apple´s Scheitern?

Die Moral aus dieser Geschichte ist einfach: Scheitern gehört für ein innovatives Unternehmen zum täglichen Geschäft. Alle Unternehmen, egal ob groß oder klein, haben gescheiterte Produktinnovationen auf ihrem Weg zum Erfolg vorzuweisen. Natürlich strebt niemand danach, in Entwicklungsprozessen zu scheitern. Ganz im Gegenteil kann es wie im oben gezeigten Fall viel Geld verbrennen und Nerven kosten. Jedoch ist auch erwiesen, dass die Lernkurve niemals so steil ansteigt, wie nach dem Scheitern. Ich rate Ihnen daher: Wenn Sie scheitern, lassen Sie zumindest zu, dass Ihr Unternehmen daraus die richtigen Schlüsse zieht, um danach stärker, klüger und besser zu werden.

Sie brauchen Unterstützung, um aus Ihrem Scheitern zu lernen und wollen jetzt erst richtig durchstarten? Kontaktieren Sie mich!

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