Teil 1: Der ideale Geschäftsführer in einem mittelständischen Unternehmen

  • von Gerhard Pramhas
  • am 12. Juni 2018

Geschaeftsfuehrer-Teil1

Seit einigen Wochen diskutiere ich mit einem meiner Kunden, die folgenden Fragen: Wie sieht der ideale Geschäftsführer eines mittelständischen Unternehmens aus? Ist er schon älter, oder doch noch jünger? Sollten vielleicht sogar besser mehrere Geschäftsführer eingesetzt werden? Ist ein Techniker oder ein Wirtschaftler die bessere Führungskraft?

Geteiltes Leid ist halbes Leid oder zu viele Köche verderben den Brei?

Wie Sie schon ganz klassisch an diesen beiden Sprichworten erkennen können, gibt es hinsichtlich der Verteilung von Verantwortung verschiedene Blickwinkel. Dennoch ist meine Meinung dazu sehr klar: Ein Einzel-Geschäftsführer ist einer Doppel- oder Mehrfachführung bei einem KMU auf jeden Fall zu bevorzugen. Warum? Weil er oder sie allein-verantwortlich ist und damit ganz klar Letztentscheidungen trifft. Es gibt in diesem Fall keine endlosen Diskussionen mit dem Partner und auch Diskussionen über die Geschäftsaufteilung sind nicht notwendig. Wer ist dafür zuständig, eine neue Fertigungseinrichtung für EUR 1.000.000 zu kaufen? Bei einer Führungskraft ist die Sachlage klar.

Natürlich ist ein Geschäftsführer immer gut beraten, wenn er oder sie alle Vor- und Nachteile mit Unterstützung der Mitarbeiter genau abwägt oder sich mit Eigentümern abstimmt und sie vorab von einem Investment informiert. Aber am Ende des Tages trifft eine Person die Entscheidung und trägt alleine die Verantwortung, die hoffentlich rechtmäßig entlohnt werden kann.

Gibt es vielleicht doch den Fall, dass zwei oder mehrere Geschäftsführer empfehlenswert sind? Ich denke nicht, denn handelsrechtlich sind immer alle haftbar. Selbst wenn eine gute Geschäftsaufteilung festgeschrieben ist, müssen alle Geschäftsführer über die jeweiligen anderen Ressorts Bescheid wissen. Dieses gegenseitige Informieren, abwägen und beurteilen kostet Zeit und vor allem Geschwindigkeit. Selbst im besten Fall, wenn sich die Geschäftsführer perfekt miteinander verstehen, sind sie im Punkt Entscheidungsfreude, die ein wesentlicher Wettbewerbsvorteil sein kann, dem Einzelgeschäftsführer unterlegen.

Experten-Meinungen helfen in schwierigen Entscheidungen

Muss deshalb der Einzelgeschäftsführer immer einsame Entscheidungen treffen? Im Grunde ja, aber er hat natürlich die Möglichkeit, sich innerhalb und außerhalb des Unternehmens Meinungen und Expertisen einzuholen. Außerdem empfehle ich Einzelgeschäftsführern noch mehr als allen anderen, jegliche Unternehmensprozesse und -entscheidungen genau zu dokumentieren und aufzuzeichnen.
Sie haben eine andere Meinung zum Thema oder möchten mich als externen Berater hinzuziehen? Kontaktieren Sie mich. Auch gerne telefonisch unter +43 676 9560164 oder gerhard@pramhas.eu

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